6. EBERL Chiemsee Triathlon 2017

Am Sonntag war es endlich soweit: der erste Triathlonwettkampf des Jahres und der war aufregend!!!
1. kommt es anders und
2. als du denkst!
Zur Vorbereitung auf die Challenge am Walchsee stand also eine Olympische Distanz (1,5 km schwimmen, 40 km Radfahren, 10 km laufen) auf dem Plan. Schon zu Beginn der Saison habe ich mich für den Chiemsee Triathlon entschieden, weil es nach einem tollen Wettkampf mit geiler Kulisse geklungen hat.
Das Wettkampfwochenende hat gut gestartet. Bei der Autovermietung bin ich schon an einen netten Mitarbeiter gelangt, der absolutes Verständnis dafür hatte, dass der Transport von zwei hochgeliebten Triathlonrädern im Seat Leon etwas umständlich werden könnte und mir deshalb ein Upgrade auf einen triathlontauglichen Kombi gegeben. Ist ja immer ein Haufen Zeug, was man für so einen Wettkampf braucht. Um nichts zu vergessen, habe ich auch ungefähr 10.000 Mal die Triathlonpackliste im Internet gecheckt. Sicher ist Sicher!
Der Bike Check-In war diesmal schon am Vortag. Das war ziemlich cool, weil man sich schon vorher treffen, die Starter auf der Volksdistanz anfeuern und die Wettkampfatmosphäre aufsaugen konnte. War alles ziemlich vielversprechend. Der Chiemsee brachte wirklich Urlaubsstimmung auf. Die hielt nur leider nicht so lange an. Nach der Pasta-Party ging es dann schnell nach Hause und ins Bett. Man muss ja fit und ausgeschlafen für den Wettkampftag sein. Das klingt immer so einfach und ich kann ja echt immer schlafen, aber auch ich hab noch ein paar Minuten gebraucht, um nochmal zu überlegen, ob ich auch wirklich nichts vergessen habe…
Wettkampftag: Um 05:00 Uhr klingelte der Wecker
da denke ich jedes Mal: Ey, warum machst Du das eigentlich?!
Egal, bleibt keine Zeit zum Nachdenken. Raus aus dem Bett, Frühstücken und los geht’s – nur keinen Stress machen, der kommt so  und so früh genug. Hat auch nicht lange auf sich warten lassen… In der Wechselzone angekommen, habe ich festgestellt, dass ich mein Hinterrad mit den neuen Laufrädern nicht richtig aufpumpen kann. Niemand um mich herum hatte eine Lösung. Gut, dann eben mit der Hand pumpen, Finger einzwicken und dann eben mit halbvollem Reifen fahren. Die Sonne hatte sich an dem Morgen noch nicht blicken lassen und pünktlich zum Start zog ein Sturm auf – ein richtiger Sturm! Und der Chiemsee verwandelte sich in eine raue See und ich hatte ein Déjà-vu vom Triisland: nee, bitte keine Wellen! Der Schwimmstart rückte immer näher und ich hatte die Abgabe meines After-Race-Beutels verpasst. Da stand ich da mit dem Beutel mit der Wärmekleidung, Handy und Mietwagenschlüssel und mir blieb nichts anderes übrig, als ihn am Schwimmstart öffentlich liegen zu lassen und zu hoffen, dass er später noch da ist. Auch schon egal.
Dann rein ins aufgewühlte Wasser, das wärmer war, als die Luft und sogar so warm, dass man keinen Neo tragen durfte. Und schon ging es los. Die erste Hälfte war ein Kampf gegen die Wellen rauswärts, die zweite Hälfte ein Kampf mit den Wellen wieder zurück. ähm… wo ist eigentlich der Schwimmausstieg? Das mit den Bojen zur Orientierung hat auch nur semigut funktioniert.
In meine Gedanken hat Dori (aus dem Film „Findet Nemo“) gesungen:
„schwimmen schwimmen – einfach schwimmen…“
Der Chiemsee war wirklich nicht besonders nett zu uns.
Raus aus dem Wasser ist mir erstmal aufgefallen, dass der Reißverschluss meines nicht so gut passenden Trisuit bis zum Bauchnabel aufgegangen ist und nicht mehr halten wollte. Schöner Anblick für alle Zuschauer: ich fix und fertig und halb nackt – will doch keiner sehen! Egal weiter geht’s. Wechsel aufs Rad lief super und dann gib ihm! Ok das mit dem Vollgas Radfahren war bei dem Wind und mittlerweile eingesetztem Dauerregen auch nicht so toll. Der Regen wie Nadelstiche im Gesicht und die Fahrbahn sehr rutschig. Da war safety first die bessere Devise.
Und trotzdem standen sie da – die Zuschauer, die ebenfalls völlig durchnässt, aber gut gelaunt und unermüdlich jede/n Athlet/in anfeuerten. Da war das Wetter auf völlig nebensächlich, bei so guter Stimmung.
Zurück in der Wechselzone bin ich erstmal barfuß auf etwas hartes, vermutlich eine Schraube gestiegen. Somit waren die ersten (Kilo-)Meter beim Laufen etwas schmerzhaft und irgendwie konnte ich mich trotz der netten Zuschauer und meinen persönlichen Anfeuerungsrufen nicht mehr motivieren voll mitzugehen und bin die erste Runde viel zu langsam gelaufen. Für einen kleinen Zielsprint hat es noch gereicht. Nach 02:51 Std. habe ich mit meiner langsamsten Zeit auf der OD gefinished und hatte trotz aller (Wetter-)Widrigkeiten einen sehr sehr schönen Wettkampf.
Die familiäre Atmosphäre, die Starbesetzung, die gute Laune bei Helfern und Zuschauern, die tolle Organisation – das alles und noch viel mehr trug dazu bei, dass es wirklich ein schönes Event und einzigartiges Erlebnis war, bei dem ich gerne wieder dabei bin. Vielen Dank an den Veranstalter von Wechselszene. Nächstes Mal vielleicht mit ein bisschen Sonnenschein!
ChiemseeTriathlon - 40km80kmRAD

3MUC Triathlon Oberschleißheim

Nachdem der Hauptwettkampf dieses Jahr nicht so gut gelaufen ist (mehr unter: Mein erstes Mal: DNF!) und ich endlich die Prüfungszeit hinter mich gebracht hatte, kam mir die Idee spontan an einem Wettkampf teilzunehmen.

Nun, ganz spontan war es natürlich nicht, denn ich hatte auch nach dem verkorksten Saisonhighlight nicht aufgehört zu trainieren,

denn ich halte absolut nichts davon, unvorbereitet in einen Wettkampf zu gehen!

Das wäre aus meiner Sicht unverantwortlich –  zum Einen gegenüber mir und meinem Körper, zum Anderen gegenüber meinen Lesern, von denen sich der eine oder die andere ein Beispiel an mir nimmt.

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Da ich ja Urlaub hatte, konnte ich den Fokus auf das Radtraining setzen und einige wichtige Radkilometer mehr sammeln, als in der Frühjahrsvorbereitung. Die Taperingwoche (also die Woche vor dem Wettkampf, in der die Trainingsumfänge reduziert werden, um erholt in den Wettkampf gehen zu können) verbrachte ich dann im „Höhentrainingslager“ bei einer Freundin in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Nach zwei, drei Bergtouren, Schwimmeinheiten im Freiwasser und einem kleinen warm-up Lauf fühlte ich mich gut und konnte guten Gewissens am Sonntag Früh nach Oberschleißheim bei München fahren, denn dort fand der 3 MUC Triathlon statt.

Wer ist eigentlich auf diese bescheuerte Idee gekommen?

Wie immer denk man sich, wenn am Sonntag früh um 5 Uhr der Wecker klingelt, wer eigentlich genau auf diese bescheuerte Idee gekommen ist, sich an dem Triathlonevent anzumelden, wo man doch auch einfach im Bett liegen bleiben und einen entspannten Sonntag genießen könnte. Zudem sollten die Temperaturen ja weit über 30 Grad steigen…

Aber liegenbleiben ist für eine Triathletin keine Option. Also raus aus den Federn, Tasche gepackt, Wettkampffrühstück versucht runter zu kriegen, Matcha-Doping, Auto beladen und ab gehts!

Sommerliche Temperaturen, ein strahlend blauer Himmel und das ziemlich klare Wasser der Ruderregatterstrecke sowie viele herumwuselnde Athleten erwarteten mich in Oberschleißheim. Eigentlich hatte ich genug Zeit, um in Ruhe Startunterlagen zu holen, Rad einzuchecken, Wechelszonen vorzubereiten und mich umzuziehen, aber irgendwie wird es immer aufregender, je näher der Start rückt. Fürs richtige Einschwimmen blieb plötzlich kaum mehr Zeit und so überrumpelte mich der Startschuss fast ein bisschen.

 

SWIM

Das Schwimmen lief gut. Auf Grund der vergangenen Erfahrung hielt ich mich erstmal aus allen Positionskämpfen heraus und versuchte meinen Rhythmus zu finden, was mir erst nach ca. 250 m gelang. Dann konnte ich mich gut an einer unter Wasser gespannten Schnur orientieren, an der die Bojen angebracht waren. Nach nicht ganz einer halben Stunde kam ich aus dem Wasser. Ich wollte eigentlich gar nicht raus, da es so schön kühl und draußen unangenehm heiß war.

Auf dem Weg in die Wechselzone zum Rad bekam ich ewig meinen Neo nicht auf und auch das Ausziehen gestaltete sich diesmal irgendwie schwieriger als sonst.

BIKE

Die Radstrecke führte uns dann insgesamt 8 Runden um das Ruderregattabecken á 5 km. Nachdem ich beim Sport irgendwie immer Probleme mit dem Zählen habe, wenn sich die Wiederholungen jenseits der 3 bewegen, hatte ich natürlich irgendwann den Überblick verloren, wie viele Runden noch zu fahren sind. Ich versuchte es anhand der bereits gefahrenen Kilometer zu errechnen, aber auch hier versagten meine Mathematikkenntnisse. Außerdem war ich mehr damit beschäftigt, das Cola-Gel bei mir zu behalten. Ich hasse Cola-Gels und ich schiebe es jetzt mal auf die morgendliche Dunkelheit, dass ich nicht geschaut habe, welche Wettkampfverpflegung ich da eingepackt habe. Als sich die Zahl auf meiner Garmin der 40-km-Marke näherte und die Runde endete, beschloss ich darauf zu vertrauen und fuhr in die Wechselzone zum Laufen.

RUN

Der Wechsel klappte schnell und gut, nur die Schnürung an meinen Laufschuhen passte gar nicht. Also lief ich mit ner guten Pace los. Meine Mädels, die meine Erfolgsgaranten sind, denn mit ihrer Unterstützung an der Strecke erzielte ich bisher immer die besten Erfolge, waren da und feuerten mich an. Mittlerweile war es sehr sehr heiß und ich war froh, dass sie mich von Runde zu Runde pushten. Insgesamt waren 4 Runden á 2,5 km zu laufen. Es gab leider nur eine Wasserstelle und die Laufstrecke war nicht besonders attraktiv. Die Hitze zollte ihr Tribut und ich konnte meine angestrebte Pace nicht halten. Zudem spürte ich, wie die Schuhe an meinen Fußsohlen scheuerte. In der letzten Runde gelang es mir nochmal Gas zu geben an ein paar Frauen vorbeizuziehen und gezeichnet aber glücklich ins Ziel einzulaufen.

FAZIT

Das Ergebnis:

3. Platz in der AK (Altersklasse)

8. Platz Gesamt

neue persönliche Bestzeit

zwei riesige Blasen

und die Erkenntnis:

  • es ist noch Potential in Sachen Geschwindigkeit da
  • die Unterstützung an der Strecke ist unverzichtbar

Insgesamt war es ein schöner und erfolgreicher Wettkampf, der wieder Lust auf mehr macht!

Mein erstes Mal: DNF!

Es sollte das Saison-Highlight werden…

Am 26.6.2016 sollte also mein Saison-Highlight sein. Die OD beim Triathlon in Königsbrunn/Augsburg, wo gleichzeitig Behördenmeisterschaften gewertet wurden.

Gut vier Monate dauerte die Vorbereitungszeit, die ich mit einem konsequenten Trainingsplan und Ernährungsweise verfolgte. Mit der Unterstützung eines Trainers sollte ich schneller werden. Der Ausgleich von Mineralstoffmangel sollte mich besser werden lassen. Es schien sehr gut zu laufen….Bis auf das Radfahren…Die lange Zeit der Prüfungsvorbereitung und dem damit verbundenen Zeitproblem hatte zur Folge, dass ich das Radtraining meist auf dem Spinningbike absolvierte. Nicht optimal, aber ich war guter Dinge, dass es reichte.

Außerdem erhielt ich kurz vorher vom 21run.com Triathlon Team mein Paket mit Teambekleidung, Tri-Suit, Trainingsbekleidung und allem, was man für einen perfekten Wettkampf so gebrauchen kann.

Dann war der große Tag gekommen.

Leider konnte mich zu dem Wettkampf keiner begleiten. Und es wurde ein langer Tag. Um vier Uhr war die unruhige Nacht vorbei. Dann hieß es packen, frühstücken (was so früh eben rein geht) Auto beladen und los. Die Anfahrt von knapp zwei Stunden zog sich die langweilige Autofahrt. Angekommen war die erste Disziplin des Eincheckens und der Erkundung und Verteilung der Wechselbeutel zu bewältigen.

Meine Startunterlagen hatte ich schnell. Jedoch dann das Problem: der Schwimmstart war ca. 1 km von dem Ziel und dem Parkplatz entfernt. Ich musste also mich schon komplett fürs Schwimmen fertig machen, um dann meinen Autoschlüssel wegzupacken, alle Wechselbeutel abzugeben und dann barfuss im Neo 1 Std. bei 14 Grad und leichtem Regen rumzustehen. War nicht sehr vorteilhaft, weil ich ziemlich schnell ausgekühlt bin. Warmhalten mit warm laufen etc. habe ich versucht, hat aber auch nicht so gut geklappt. Der Start rückte näher und ich schwamm mich schon mal ein. Der See war sehr klar und wärmer als die Luft.

Plötzlich  ging alles ganz schnell.

Schwimmstart und los! Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es sich um ein Landesligarennen handelte, also nix mit gemütlichen Schwimmern und einem weit gedehnten Schwimmerfeld. Es war alles ziemlich eng und ich kämpfte mich durch den Pulk. Mir war klar, dass das kein Zuckerschlecken werden würde. Kurz vor der ersten Boje passierte es dann jedoch. Wie, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaub, ich bin auf einen langsameren Schwimmer vor mir aufgeschwommen und bekam dessen Fuß volle Kanne ins Gesicht. Tritte und Schläge bekommt man ja in solchen Situationen öfters mal ab, aber dieser Schlag hat mich ausgeknockt. Ich war wie benommen, hatte die Orientierung völlig verloren und der Schädel brummte. Kurz überlegte ich, ob ich abbreche, aber dann kam ich wieder zu mir und dachte, ich probiere es weiter. Nachdem es zwei Runden zu schwimmen war, wäre nach 750m sowieso eine Ausstiegsmöglichkeit gewesen. Den Kurs wieder aufgenommen, kam ich recht gut ins Schwimmen zurück und setzte den Wettkampf, trotz der gefühlten 3-4 verlorenen Minuten fort. Ich ärgerte mich aber, das ich im Schwimmen schon große Fortschritte über den Winter gemacht hatte und viel schneller geworden bin. Letztlich war die Schwimmzeit mit 28 irgendwas Minuten trotz der Unterbrechung gar nicht mal so übel. Wechsel auf Rad verlief gut, dann merkte ich allerdings wieder die Kälte. Klitschnass mit einem nicht trocknen wollenden Sport-BH unter dem neuen Tri-Suit saß ich auf dem Rad und versuchte Druck auf die Pedale zu bekommen. Meine Oberschenkel wollten aber nicht so. Außerdem drückte der Helm auf die Schlagstelle.

Ich versuchte das Radfahren bestmöglichst zu meistern.

Eine kleine Gruppe in Sichtweite vor mir, nutzten jede Möglichkeit des unbeobachteten, verbotenen Windschattenfahrens, was ich ziemlich unfair fand, weil ich mich mit dem Gegenwind quälte. Das nächste Highlight nach den 44 km Rad beim Wechsel zum Laufen war, dass man eine halbe Runde barfuss auf der Tartanbahn zum Wechselbeutel mit den Laufschuhen laufen musste. Das war auch sehr unangenehm. Ich lief los, zeitlich lange nicht mehr in meiner persönlichen Bestzeit, aber noch im akzeptablen Rahmen versuchte ich beim Laufen nochmal anzuziehen. 3 km gelang mir das ganz gut, dann jedoch spielte weder der Kopf noch meine linke Wade mit und ich wurde immer langsamer. Es waren hier zwei Runde á 5km zu absolvieren. Nach einer Runde konnte ich nur noch unter Schmerzen weiterlaufen. Da stand ich vor der Entscheidung:

Alles riskieren und unbedingt mit verkorkster Zeit finishen oder auf den Körper hören, abbrechen und es beim nächsten Wettkampf mit vollen Kräften nochmal zu probieren?

Ich haderte lange mit mir, die anfeuernden Zuschauer machten mir es nicht leichter… Letztlich entschied ich mich wirklich schweren Herzens fürs Aufhören, die Wade hatte komplett zu gemacht und mir die Entscheidung abgenommen. Es war wirklich nicht schön, das Rennen an einem so späten Zeitpunkt noch abzubrechen, aber wahrscheinlich das Vernünftigste und so stieg ich aus.

Manchmal läuft es eben nicht. Auch solche Tage und Wettkämpfe gibt es.

Und so kam es eben zu meinem ersten DNF (=did not finish). Sicher ist, dass ich unter normalen Bedingungen die Letzte bin, die jemals irgendwas aufgibt. Aber auch solche Lektionen gehören zu einem (Wett-)Kämpferdasein und auch wenn man es nicht glauben will, sie sind äußerst lehrreich.

Mittlerweile habe ich nicht nur die Niederlage verdaut, sondern auch die Prüfungen hinter mich gebracht und wieder den vollen Spaß am Triathlon zurückgewonnen, weshalb ich mich so sehr auf den Wettkampf nächste Woche in München freue. Und natürlich habe ich jetzt endlich auch wieder Zeit und Energie für mein Baby: diesen Blog!

Ich verspreche Euch jetzt auch wieder regelmäßigere und zeitnähere Berichte!