Challenge Wasserschlacht Walchsee

Ich weiß gar nicht, wie und wo ich anfangen soll – so geflasht bin ich noch von den Eindrücken… aber erstmal der Reihe nach:
Zunächst muss ich sagen, dass mein Verhältnis zum Wettergott oder Frau Holle oder wer auch immer dafür verantwortlich ist, wohl nicht so gut ist. Ich sollte daran arbeiten..

 

Na gut, aber für mich kein Grund mein lang ersehntes Saisonhighlight in Frage zu stellen. So brachen wir im strömenden Regen mit Triathlongepäck von der Größe, womit andere drei Wochen Urlaub machen, für das Wochenende am Walchsee auf.

 

Im schönen Kaiserwinkl angekommen, wäre im Nachhinein vielleicht noch ein Schlauchboot ganz nett gewesen.
Nach der Wettkampfbesprechung, Startunterlagen abholen und Messebesuch musste ich meinen armen Benni (mein Triathlonrad) dann doch seinem nassen Schicksal in der Wechselzone überlassen und hoffen, dass es bis zum Morgen nicht weggeschwemmt wurde.

 

Was ich so mitbekommen habe, waren die Veranstalter und Sicherheitsbehörden die ganze Nacht unterwegs und haben viel gearbeitet, damit der Wettkampf nicht ganz oder teilweise abgesagt werden musste. Nachdem jedoch über Nacht keine Wetterbesserung in Sicht war, trafen sie die einzig richtige Entscheidung, die Schwimmstrecke zu verkürzen und die gefährlichen Stellen auf der Radstrecke rauszunehmen.

 

Nach einer unruhigen Nacht erreichte mich die Nachricht beim spartanischen Wettkampffrühstück. Klar, war ich kurz enttäuscht, dass meine erste Mitteldistanz nun keine „echte“ Mitteldistanz sein würde, irgendwie war ich aber auch erleichtert, denn nicht starten wäre für mich keine Option gewesen.
Auf dem Weg zur Wechselzone kamen mir genügend Athleten mit ihren Rädern entgegen, die sich anders entschieden hatten. Vielleicht war für die das Rennen nicht so wichtig – für mich war es das! Immerhin hatte ich mich über 9 Monate intensiv darauf vorbereitet, mein Leben zumindest in den letzten Wochen bewusst nach dem Trainings ausgerichtet und ich hatte einfach mega Bock zu starten. Auch wenn es Eiswürfel geregnet hätte. Ok, vielleicht hat es das – zumindest hat es sich teilweise so angefühlt.

 

Wie immer geht dann kurz vor dem Start alles viel zu schnell:
Neo an, einschwimmen
Hilfe wo ist der Start
ahh ich muss auch noch in den Startblock
oh da ist das Wasser
bin ich jetzt schon drin
wieso ist das so nass hier
ach schwimmen ist schon schön
hey das ist ein Wettkampf – schwimm schneller
ok, wo ist nochmal die Boje
ich seh sie nicht mehr- hmm schwimm ich halt mal gerade aus
hey warum schwimmen die Menschen so schief oder bin ich das
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Schwimmstart

und schwups ist die erste Disziplin schon rum. Dafür dauerte der erste Wechsel gefühlt mindestens genauso lange. Das Wechselzelt voll und dämpfig, zu viele Athleten, die irgendwie versuchten, alles was sie hatten, anzuziehen und ein bisschen trocken zu werden, um sich dann durch die Massen zu kämpfen. Ok, geschafft. Rad nehmen und los! Und weil ich mittlerweile so ein Wechselprofi bin, natürlich mit Schuhen am Rad. Nur blöd, wenn du am Aufsteigen bist und der vor die ne Vollbremsung reinhaut, du auf ihn auffährst, umfällst und alle denken, du bist zu blöd, zum Aufsteigen. Die Gummis sind bei dem Unfall gerissen und es ist nie gut wenn Gummis reißen 😉 Also Schuhe ausklicken, anziehen und erneut aufsteigen. Nach den ersten Kilometern merkte ich schon, dass irgendwas am Rad nicht stimmte, außer dass die Muskeln auf Grund der Nässe und 8 Grad-Kälte nicht wollten. Bergauf ging gar nix. Da blieb nur anhalten und nachgucken. Das Vorderrad blockierte komplett, weil das Rad bei dem Unfall auf die Bremse gefallen war. Mit meinen laienhaften Kenntnissen habe ich versucht, das irgendwie wieder hinzubiegen. Nächster Fahrversuch – ok funktionierte nicht. Wieder musste ich anhalten. Da ich mit meinen Reparaturkenntnissen am Ende war, blieb nur noch: mit Raddefekt aussteigen oder die Bremse vorne aufmachen. Ich entschied mich für das Risiko und Variante zwei. Das bedingte natürlich eine vorsichtigere Fahrweise, aber bei dem Regen war eh keine Vollgas möglich. Nach der ersten Runde dachte ich auf Grund meiner mittlerweile eingefrorenen Füße darüber nach, vielleicht doch aufzuhören. Aber NEIN, jetzt hatte ich ja schon die Hälfte – jetzt wird das auch durchgezogen.
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Radstrecke mit mega schöner Kulisse

Beim Laufen hat es letztlich 7 km gedauert, bis ich meine Füße wieder gespürt habe und gefühlt nicht nicht mehr auf faustgroßen Kieselsteinen lief. Durch die klammen Finger war es mir am Rad nicht möglich, die erforderlichen Gels zu mir zu nehmen, weil das koordinativ einfach nicht mehr ging. Die Kälte tat ihren Beitrag dazu, dass ich auf der Laufstrecke echt schon Zielich mitgenommen war. Die geplante Pace war dann nicht mehr drin, aber ich konnte ohne große Probleme die vier Runden um den schönen Walchsee laufen.
Ca. 800m vor dem Ziel läuft man über eine Mini-Kuppe und bekommt einen wunderbaren Blick auf die Wechselzone. Schon allein dafür ist es das wert.
Irgendwie war der Zieleinlauf dann weniger spektakulär, als ich mir das erhofft hatte, allerdings machte mich die Medaille dann schon sehr stolz.
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Zieleinlauf

Die widrigen Wetterumstände machten jeden Finisher zum großen Helden an diesem Tag!
Nicht minder viel Respekt verdienen die Athleten, die auf Grund von Unterkühlung etc. das Rennen vorzeitig beenden mussten und die vielen durchnässten Zuschauer, die uns unermüdlich an der Strecke anfeuerten und zuletzt die Helfer, an der Verpflegungsstelle, Streckenposten oder im Hintergrund, die alles versucht haben, aus den Bedingungen das Beste für die Athleten zu machen. Wenn ich an den kleinen Jungen im Wechselzelt denke, der mir die Socken angezogen hat, weil das mit meinen kalten Händen nicht mehr selbst konnte, bekomme ich fast ein bisschen Pipi in den Augen. Falls Ihr das lest, vielen Dank an Euch alle! Ihr habt den Wettkampf zu einem mega-persönlichen Erlebnis für mich und viele andere gemacht!
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Mittlerweile habe ich mich wieder aufgewärmt, alle Gliedmaßen sind aufgetaut und noch dran und ich mich kann glücklich und zufrieden darüber freuen, dass ich das Ding unter 5 Std. (04:59 Std.) gerockt habe.

Und bald geht es weiter zu neuen Zielen – dazu bald mehr! Bleibt gespannt!
Eure Mimi

Saison 2017

Im Jahresrückblick 2016 habe ich Euch ja angekündigt, dass ich mir für 2017 ziemlich große Vorhaben und Ziele auf den Plan geschrieben habe. Heute will Euch verraten, wie die konkret aussehen werden…

Saisonplanung 2017

 

Nachdem das letzte Jahr voll von Prüfungen, Arbeitsplatzwechsel, Umzug etc war, möchte ich mich dieses Jahr voll dem Sport widmen.

Eigentlich könnte man denke, da sucht man sich halt ein paar Wettkämpfe, die einem gefallen, meldet sich an und gut ist es. Aber mit dem Vorgehen ist es weit gefehlt! Denn bei so einer Planung sind mehrere Dinge zu beachten:

Der Trainer

Zum einen wäre da der Trainer, der wie in meinem Fall mein Training über die ganze Saison systematisch begleiten und am besten Ahnung davon haben soll, ob die ganzen Ideen, die einem bei so einer Planung im Kopf rum schweben auch trainingstechnisch überhaupt Sinn machen. Vieles fällt unter diese Aspekt schon mal wieder weg und es kristallisiert sich so langsam heraus, was denn der Hauptwettkampf der Saison sein soll.

 

Für mich ist das dieses Jahr definitiv die Mitteldistanz bei der Challenge WALCHSEE

 

Um dieses Ziel wird dann die restliche Saison drum rum gebaut.

Die möglichen Wettkämpfe

Dazu musste ich mich erstmal informieren, welche Wettkämpfe an welchen Terminen und wo diese stattfinden oder sich sogar überschneiden?! Ich habe dazu nur im Internet recherchiert. Entweder habe ich gezielt nach mir bekannten Wettkämpfen gesucht oder mich von Auflistungen inspirieren lassen. Dabei war mir wichtig, dass die Vorbereitungswettkämpfe alle am Wettkampftag von der Entfernung her noch gut zu erreichen sind. Das gilt für Läufe genauso wie für Triathlons, wobei für ein „Schmankerl“ auch mal ne Ausnahme drin ist.


Mit den trainingstechnisch sinnvollen Tipps zur Wettkampfgestaltung und der in Erwägung gezogenen Auswahl ist die nächste Komponente:

Die Urlaubs- und Freizeitplanung

Da ich keinen 9 to 5 Job habe, muss ich natürlich die in Frage kommenden Wettkampftermine mit meinem Dienstplan abgleichen, auf freie Wochenende achten oder notfalls Urlaub dafür nehmen.

Die TriathonkollegInnen

Also auch hier alles geklärt war, habe ich als nächstes mit meinen TriathlonkollegInnen gesprochen und geguckt, wie deren Planungen so aussehen und ob es evtl. Wettkämpfe gibt, an denen man gemeinsam teilnehmen und Spaß haben kann.

 

Und kaum hat man alle diese „Kleinigkeiten“ berücksichtigt, geht es an die Anmeldung. Wenn man dann tatsächlich noch an allen Wunsch-Wettkämpfen einen Platz ergattern konnte, sieht die Saison dann so aus (zumindest bei mir):

 

05.02.2017              10km Lauf                                  Bad Füssing

25.02.2017              Duathlon/Powerman             Mallorca

März /April             HM                                              ?

28.05.2017              OD                                                Ingolstadt

25.06.2017              OD                                                Chiemsee

23.07.2017              OD                                                Schongau

03.09.2017             MD                                                Walchsee

(HM=Halbmarathon, OD=Olympische Distanz, MD=Mitteldistanz)

 

Wenn Ihr auch bei dem ein oder anderen Event am Start seid oder zuschaut, dann lasst doch gerne einen Kommentar da. Würde mich freuen, Euch zu treffen.

 

LG

Eure Mimi