Mein erstes Mal: DNF!

Es sollte das Saison-Highlight werden…

Am 26.6.2016 sollte also mein Saison-Highlight sein. Die OD beim Triathlon in Königsbrunn/Augsburg, wo gleichzeitig Behördenmeisterschaften gewertet wurden.

Gut vier Monate dauerte die Vorbereitungszeit, die ich mit einem konsequenten Trainingsplan und Ernährungsweise verfolgte. Mit der Unterstützung eines Trainers sollte ich schneller werden. Der Ausgleich von Mineralstoffmangel sollte mich besser werden lassen. Es schien sehr gut zu laufen….Bis auf das Radfahren…Die lange Zeit der Prüfungsvorbereitung und dem damit verbundenen Zeitproblem hatte zur Folge, dass ich das Radtraining meist auf dem Spinningbike absolvierte. Nicht optimal, aber ich war guter Dinge, dass es reichte.

Außerdem erhielt ich kurz vorher vom 21run.com Triathlon Team mein Paket mit Teambekleidung, Tri-Suit, Trainingsbekleidung und allem, was man für einen perfekten Wettkampf so gebrauchen kann.

Dann war der große Tag gekommen.

Leider konnte mich zu dem Wettkampf keiner begleiten. Und es wurde ein langer Tag. Um vier Uhr war die unruhige Nacht vorbei. Dann hieß es packen, frühstücken (was so früh eben rein geht) Auto beladen und los. Die Anfahrt von knapp zwei Stunden zog sich die langweilige Autofahrt. Angekommen war die erste Disziplin des Eincheckens und der Erkundung und Verteilung der Wechselbeutel zu bewältigen.

Meine Startunterlagen hatte ich schnell. Jedoch dann das Problem: der Schwimmstart war ca. 1 km von dem Ziel und dem Parkplatz entfernt. Ich musste also mich schon komplett fürs Schwimmen fertig machen, um dann meinen Autoschlüssel wegzupacken, alle Wechselbeutel abzugeben und dann barfuss im Neo 1 Std. bei 14 Grad und leichtem Regen rumzustehen. War nicht sehr vorteilhaft, weil ich ziemlich schnell ausgekühlt bin. Warmhalten mit warm laufen etc. habe ich versucht, hat aber auch nicht so gut geklappt. Der Start rückte näher und ich schwamm mich schon mal ein. Der See war sehr klar und wärmer als die Luft.

Plötzlich  ging alles ganz schnell.

Schwimmstart und los! Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass es sich um ein Landesligarennen handelte, also nix mit gemütlichen Schwimmern und einem weit gedehnten Schwimmerfeld. Es war alles ziemlich eng und ich kämpfte mich durch den Pulk. Mir war klar, dass das kein Zuckerschlecken werden würde. Kurz vor der ersten Boje passierte es dann jedoch. Wie, weiß ich nicht mehr genau. Ich glaub, ich bin auf einen langsameren Schwimmer vor mir aufgeschwommen und bekam dessen Fuß volle Kanne ins Gesicht. Tritte und Schläge bekommt man ja in solchen Situationen öfters mal ab, aber dieser Schlag hat mich ausgeknockt. Ich war wie benommen, hatte die Orientierung völlig verloren und der Schädel brummte. Kurz überlegte ich, ob ich abbreche, aber dann kam ich wieder zu mir und dachte, ich probiere es weiter. Nachdem es zwei Runden zu schwimmen war, wäre nach 750m sowieso eine Ausstiegsmöglichkeit gewesen. Den Kurs wieder aufgenommen, kam ich recht gut ins Schwimmen zurück und setzte den Wettkampf, trotz der gefühlten 3-4 verlorenen Minuten fort. Ich ärgerte mich aber, das ich im Schwimmen schon große Fortschritte über den Winter gemacht hatte und viel schneller geworden bin. Letztlich war die Schwimmzeit mit 28 irgendwas Minuten trotz der Unterbrechung gar nicht mal so übel. Wechsel auf Rad verlief gut, dann merkte ich allerdings wieder die Kälte. Klitschnass mit einem nicht trocknen wollenden Sport-BH unter dem neuen Tri-Suit saß ich auf dem Rad und versuchte Druck auf die Pedale zu bekommen. Meine Oberschenkel wollten aber nicht so. Außerdem drückte der Helm auf die Schlagstelle.

Ich versuchte das Radfahren bestmöglichst zu meistern.

Eine kleine Gruppe in Sichtweite vor mir, nutzten jede Möglichkeit des unbeobachteten, verbotenen Windschattenfahrens, was ich ziemlich unfair fand, weil ich mich mit dem Gegenwind quälte. Das nächste Highlight nach den 44 km Rad beim Wechsel zum Laufen war, dass man eine halbe Runde barfuss auf der Tartanbahn zum Wechselbeutel mit den Laufschuhen laufen musste. Das war auch sehr unangenehm. Ich lief los, zeitlich lange nicht mehr in meiner persönlichen Bestzeit, aber noch im akzeptablen Rahmen versuchte ich beim Laufen nochmal anzuziehen. 3 km gelang mir das ganz gut, dann jedoch spielte weder der Kopf noch meine linke Wade mit und ich wurde immer langsamer. Es waren hier zwei Runde á 5km zu absolvieren. Nach einer Runde konnte ich nur noch unter Schmerzen weiterlaufen. Da stand ich vor der Entscheidung:

Alles riskieren und unbedingt mit verkorkster Zeit finishen oder auf den Körper hören, abbrechen und es beim nächsten Wettkampf mit vollen Kräften nochmal zu probieren?

Ich haderte lange mit mir, die anfeuernden Zuschauer machten mir es nicht leichter… Letztlich entschied ich mich wirklich schweren Herzens fürs Aufhören, die Wade hatte komplett zu gemacht und mir die Entscheidung abgenommen. Es war wirklich nicht schön, das Rennen an einem so späten Zeitpunkt noch abzubrechen, aber wahrscheinlich das Vernünftigste und so stieg ich aus.

Manchmal läuft es eben nicht. Auch solche Tage und Wettkämpfe gibt es.

Und so kam es eben zu meinem ersten DNF (=did not finish). Sicher ist, dass ich unter normalen Bedingungen die Letzte bin, die jemals irgendwas aufgibt. Aber auch solche Lektionen gehören zu einem (Wett-)Kämpferdasein und auch wenn man es nicht glauben will, sie sind äußerst lehrreich.

Mittlerweile habe ich nicht nur die Niederlage verdaut, sondern auch die Prüfungen hinter mich gebracht und wieder den vollen Spaß am Triathlon zurückgewonnen, weshalb ich mich so sehr auf den Wettkampf nächste Woche in München freue. Und natürlich habe ich jetzt endlich auch wieder Zeit und Energie für mein Baby: diesen Blog!

Ich verspreche Euch jetzt auch wieder regelmäßigere und zeitnähere Berichte!

2 Gedanken zu “Mein erstes Mal: DNF!

  1. Bermuske schreibt:

    Super detaillierte Ausführung! !!
    Tut mir sehr Leid für Dich, brauchte diese Erfahrung nie mache
    Hier in Hannover wirst Du Dein Highlight-Rennen nachholen u alles ist fast vergessen 😉
    Viel Spaß weiterhin u freue mich wieder von Dir zu lesen !!!
    GLG Ironmicha

    Gefällt 1 Person

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