Floating – mehr als ein Mini-Wellness-Urlaub

Eine Entlastungswoche stand an und da tut man sich ja gerne mal was Gutes, um wieder voll fit in den nächsten Belastungsblock zu starten.

Deshalb testete ich FLOATING.

 

Jetzt werden sich bestimmt viele denken: Hä? Floating? Was ist das? Nie gehört! Ich muss zugeben, es ging mir genauso, bis sich Freunde von mir kürzlich mit einem eigenen Floating-Center in Nürnberg selbstständig machten.

Aus ihren Erklärungen kam für mich folgende Vorstellung zu Stande: Eine große Badewanne mit Salzwasser, in der ich ne Stunde rumliege und danach entspannt bin. Aha… Badewanne hab ich auch, Salzwasser krieg mit Badesalz hin und Entspannung  – kommt dann schon. Aber ne Stunde lang Baden? Dann bin ich ja völlig aufgeweicht! Hm… irgendwie stimmte mich das noch skeptisch…

Ein endgültiges Urteil lässt sich jedoch immer erst fällen, wenn man es selbst ausprobiert hat. Diese Woche ergab sich für mich die Gelegenheit dazu.

 

Es war perfektes Wetter: grau, regnerisch, kalt. Da fällt die Entscheidung für ne Stunde baden, anstatt Koppeltraining schon  nicht so schwer.

Beim Floating angekommen, bekam ich erstmal einen ausgiebige Führung durch die Räumlichkeiten (sieht wirklich schön aus, wie ein kleiner Wellnesstempel) und eine umfassende Einweisung.

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Foto: Floating Nürnberg

Zudem gibt es noch ein Merkblatt, indem die wichtigsten Informationen zusammengefasst sind. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, wurde ich zu meiner Kabine gebracht. Die bestand aus einer kleinen Umkleide mit eigener Dusche

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Foto: Floating Nürnberg

und dem Floatingbecken, das nur durch die Umkleide betreten werden konnte.

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Foto: Floating Nürnberg

Dort war bereits das frisch für mich Wasser eingelassen, in das ich mich nach einer kurzen Dusche reinlegen durfte. Nachdem man sowieso ganz allein für sich ist (es sei denn man macht Partnerfloating), verzichtete ich, wie empfohlen auf Badebekleidung. Im Becken waren ca. 30 cm Wasser mit Unterwasserbeleuchtung und -Musik. Mittels eines Schaltboards kann man Licht und Musik je nach Belieben ein- oder ausschalten. Zur besseren Entspannung schaltete ich das Licht aus und gab mich der Entspannung hin. Jedenfalls dem Versuch.

 

Was ist Floating?

Floating ist ein auf modernster Technik basiertes Entspannungsverfahren, bei dem man befreit von störenden Umweltreizen einen Zustand annähernder Schwerelosigkeit erfährt. Dies geschieht in einem sogenannten Floating-Cube (Salzsolebecken).

(Quelle: http://www.floatingnuernberg.de/was-ist-floating.html)

 

Da ich ja von Grund auf etwas neugierig bin, wollte ich genau drauf achten, wie mein im Salzwasser schwebender Körper darauf so reagiert. Die Wassertemperatur hatte angenehme 36 Grad, ebenso die Luft, sodass ich weder schwitzte noch fror. Also trieb ich in dem Becken herum und hörte in mich hinein. Gleich zu Beginn fiel es mir schwer, die Muskelspannung wirklich loszulassen. Ich hatte das Gefühl, dass ich die Position, wie auf meinem Triathlonbike, eingenommen hatte, was natürlich völliger Quatsch war. Mit der Zeit gewöhnte sich der Körper an das schwerelose Schweben und ließ somit auch die Anspannung los. Ich konnte spüren, wie unterschiedlich der Zug der Muskeln war. Gerade an Stellen, die man schon bei Dehnübung als inflexibler kennengelernt hat, waren jetzt deutlicher bemerkbar. Auch pikste es immer wieder Mal an verschiedenen Spannungspunkte, vor allem in den Beinen und unter den Schultern. Nach einer Weile konnte ich sogar zweimal ein richtig lautes Knallen hören. Das waren wohl Faszien, die sich gelöst haben.

 

Wozu dient Floating?

Durch Entlastung von Nervensystem, Wirbelsäule und des gesamten Bewegungsapparats kann Stress abgebaut und Schmerzen gelindert werden. Zudem hat es positive Auswirkungen auf die Regulation der Atmung, des Blutdrucks, der Haut sowie der mentalen Leistungsfähigkeit.

(Quelle: http://www.floatingnuernberg.de/anwendungsgebiete.html)

 

Plötzlich war die Stunde auch schon wieder rum. Das Licht ging an und das Becken leerte sich langsam.

Es war die ganze Zeit über ein durchweg angenehmes Gefühl und überhaupt nicht langweilig. Danach hat es sich insgesamt sehr gut angefühlt, entspannt mit einem leichten Glücksgefühl. Frisch geduscht und mit zarter Haut vom Salzwasser konnte ich diese Leichtigkeit noch den restlichen Tag behalten.

 

Natürlich wollte ich wissen bzw. erfahren, ob und welchen Nutzen ich aus diesem Verfahren für meine Leistungsfähigkeit im Sport ziehen kann.

Am Tag vorher absolvierte ich ein Radtraining und kam mit dementsprechend „schweren“ Beinen zum Floating. Auch habe ich leichte Probleme in der linken Wade, für die ich mir Veränderung erhoffte. Abschließend kann ich sagen, dass ich danach entspannter war. Meine Beine waren locker, das Training war nicht mehr spürbar und auch meine Wade fühlte sich gut an. Der Zustand hielt definitiv ein paar Tage länger an, als nach einem Bad mit basischem Salz vom Drogeriemarkt in der Wanne und auch weicht man durch die angenehme Temperatur auch nicht auf, wie ich anfangs befürchtete.

 

Welchen Nutzen hat Floating für Sportler?

 

Der deutsche Floating Verband bestätigt folgende positive Effekte im Bereich der Sportmedizin:

  • verminderte Laktatbildung
  • Stimulation des Muskelaufbaus
  • Verletzungsprävention
  • Verletzungsrekonvaleszenz
  • Schmerzlinderung

(Quelle: http://www.floating-verband.de/drupal/sportmedizin)

 

Die drei (wie ich finde) wichtigsten Aspekte sind:

  1. Das im Training oder Wettkampf aufgebaute Laktat wird durch den Stoffwechsel abgebaut. Das bedeutet Stress für den Körper wodurch mit Floating entgegengewirkt werden kann.
  2. Da die meisten Sportverletzungen auf einen erhöhten Muskeltonus zurückzuführen sind, ist mit diesem Entspannungsverfahren durchaus einen sehr gute Möglichkeit zur Vorbeugung von Verletzungen gegeben.
  3. Durch die Abschottung von jeglichen äußerlichen Reizen lässt es sich sehr gut konzentrieren und an der Visualisierung arbeiten. Hierbei können Bewegungsabläufe in Form von inneren Bildern durchgedacht und trainiert werden. Dies könnten im Triathlonbereich z. B. eine neu erlernte Schwimmtechnik oder Ablauf in den Wechselzonen sein. Diese Form des Trainings bietet einen nicht zu unterschätzenden Mehrwert für die/den Athlete/in.

 

Ich möchte Fragen zum Thema Floating genauer beleuchten und habe deshalb die Inhaberin, Silke Adler, interviewt:

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Foto: Floating Nürnberg

Wie kamt Ihr denn auf die Idee, ein Floating aufzubauen?

Die Idee ist auf unserer Weltreise entstanden. Wir haben im Yoga- und Meditationsretreat in Thailand davon erfahren, dass es ein „Tool“ gibt, mit dem man körperlich und mental innerhalb kurzer Zeit komplett entspannen und regenerieren kann. Mann muss  damit nicht jahrelang Meditation üben, um in einen meditativen, erholsamen Zustand zu kommen. Anfänglich wollten wir das für uns privat im kleinen Format kaufen und haben recherchiert, viele Infos eingeholt und es auch öfter ausprobiert. Das hat uns so überzeugt ! Da es dies bei uns in der Region noch nicht gab, entschieden wir, das kommerziell aufzubauen, um möglichst vielen Menschen damit zu helfen.

Wie verbreitet ist Floating in Deutschland?

Floating gibt es in vielen deutschen Städten;  in großen Städten sogar mehrere Male. Manche haben nur Tanks, manche das Beckenkonzept. Aber ein raumähnlichen Cube, wie wir das haben, gibt es das nur noch 2 Mal in Deutschland. Dank modernster Technik konnten wird die Rahmenbedingungen, unter welchen die Studien in den Tanks durchgeführt werden, in unserem Becken- und Raumkonzept für den Anwender wesentlich angenehmer umsetzen. Ursprünglich kommt Floating aus den USA, aber Australien und viele andere Länder haben es bereits entdeckt. Auch Profisportler von Bayern München oder Tennisspieler in Stuttgart haben die vielen Vorteile von Floating schätzen gelernt.

Was ist der Unterschied zu Regeneration mittels Sauna oder Massagen?

Es ist komplett etwas anderes. Beim Floating geht es um Reizentzug. Der Körper wird vom Salzwasser getragen (findet man so nur noch im toten Meer und Schwerelosigkeit an sich nur im Weltall), er muss keinerlei Aufwand betrieben, muss nichts Akustisches und Visuelles verarbeiten und durch die körperähnliche (36 Grad) Wasser- und Lufttemperatur spürt der Körper nichts. So kann der Körper und vor allem auch das Gehirn Ruhe finden und regenerieren bzw. entspannen (Nerven, Muskeln, Bänder, Faszien, Wirbelsäule, Blutdrucksenkung). Zusätzlich sind die Salze gut für die Haut und helfen bei Hautkrankheiten.

Wie oft sollte ich es zur Regenerationsunterstützung bei Verletzungen anwenden?

Das kommt natürlich auf die Verletzung an, aber es geht ja um Entspannung aller Körperteile, deswegen: je öfter desto besser bzw. wie es einem gut tut und man es sich auch leisten kann. Ich habe Kunden, die kommen alle paar Tage oder einmal die Woche.

Sehr gut zum Floating ergänzen sich Massagen jeglicher Art, die wir auch angebieten. Ob Wellnessmassagen oder spezielle medizinische Massagen, Physiotherapie oder osteopathsiche Behandlungsformen, alles hilft zur Entspannung und Entgiftung, Muskelbehandlung und Schmerztherapie.

Ist es sinnvoll direkt nach einem harten Training/Wettkampf zu floaten?

Ja, so schnell wie möglich. Denn es hilft gegen Muskelkater, also vermindert Laktatbildung und lindert Schmerzen, und zur Regeneration der Muskeln. Es hilft zudem zur Stimulation des Muskelaufbaus und baut die mentale Anspannung durch die Ruhe schneller ab.

FAZIT:

Meine anfängliche Skepsis Floaten mit Baden zu vergleichen, konnte ich sehr schnell abgelegen und ich war sehr positiv überrascht von dem Effekt.

Ich finde es eine tolle Sache, die ich sicherlich nach dem ein oder anderen Wettkampf einplanen werde. Gerade dann, wenn ein weiteres bald ein weiteres Event ansteht und ich schnell wieder fit sein muss/möchte.

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