Marathonvorbereitung – Taperingwoche!

Gestern habe ich den letzten längeren Lauf vor dem Marathon in Berlin absolviert. Lockere 75 Min in GA1 Tempo und einem Kilometer Endbeschleunigung waren das.

Seit letzter Woche ist Tapering angesagt. Die Trainingseinheiten und Strecken werden deutlich zurückgefahren und der Körper bekommt die nötige Regeneration, um auf den Tag genau fit und bei all seinen Kräften zu sein. Wenn man allerdings seit Wochen oder, wie bei mir, Monaten in der Vorbereitung auf verschiedene Wettkämpfe steckt, fühlt sich so eine Taperingwoche schon echt komisch an. Plötzlich hat man so viel Freizeit, muss das Training nicht mehr in die tägliche Terminplanung einbeziehen, die Sportwäscheberge reduzieren sich und die Waschmaschine läuft nicht mehr Tag und Nacht. Auch mental könnte mehr Raum entstehen, da man sich nicht dauernd Gedanken darüber machen muss: Wann esse ich was, damit ich genug Grundlage für das Training habe, aber keinen vollen Magen; wie viele Gels nehme ich zum laufen mit; ist auf meiner Laufstrecke eine „Versorgungsstation“ in Form von Toiletten oder Kiosk, an dem die Getränkeflasche aufgefüllt werden kann… Allerdings hat das auch seine Tücken, denn dieser Raum wird anstatt mit entspannten Dingen, die nichts mit dem Sport zu tun haben, unfreiwillig mit Pre-Race-Panik gefüllt: Ich habe nicht genug trainiert; warum habe ich diese oder jene Einheit verkürzt bzw. ausfallen lassen; ich habe zu wenig gedehnt und bekomme bestimmt Krämpfe; vielleicht sollte ich doch noch einen kleinen Lauf machen; ich bin so langsam geworden; hätte ich doch noch ein anderes Paar Laufschuhe probieren sollen….

Jeder, der sich schon mal auf eine Prüfung (und ein Wettkampf ist nichts anderes als eine Prüfung, in der man seinen Leistungstand, für den man wochenlang trainiert und geübt hat, auf den Punkt genau abruft. Dann wird man entweder mit Erfolg belohnt, weil man alles richtig gemacht hat oder erlebt eine Niederlage, die einem zur zeigen will – Du kannst das beim nächsten Mal viel viel besser 😉 ) kennt wahrscheinlich die Phasen, die man vor einem solchen Test durchläuft. Das reicht von himmelhoch jauchzend (yeah, ich bin so gut – ich gewinne das Ding) bis zu Tode betrübt (OMG ich schaff das nicht) mit den Zwischenstufen der Gelassenheit (ach das wird schon irgendwie) und dem Zweifel (ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich das wirklich kann). Kurz vor Schluss kommt man meist an dem Punkt an: Ich will jetzt laufen und ich will, dass das jetzt vorbei ist – und das ist perfekt. So wird hat die Aufregung und Vorfreude noch ein paar Tage Zeit, um mich bis in die Haarspitzen zu motivieren und dann am Sonntag das Beste zu geben – meine beste Version von mir selbst zu zeigen – the best Mimi zu sein!

2 Gedanken zu “Marathonvorbereitung – Taperingwoche!

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